TRANSPORT: Für Transporte in u. aus dem WEINBERG, z.B. bei der DÜNGUNG od. LESE (LESEWAGEN), wurden früher Kühe, Pferde od. in manchen Regionen auch Esel eingesetzt. Für Most- u. Weintransporte (Weintransport, Weintransportieren) war das Pferde- od. Ochsenfuhrwerk übl. (Fuhrwagen, Fuhrwerk, Ochsenfuhrwerk, Pferdefuhrwerk, Pferdegespann, Vorspann, Wägelein, Weinfuhre, Weinwagen). Aber auch der MENSCH übernahm beim Transport v. Dünger, Pfählen, gelesenen Trauben (TRAUBE), MAISCHE, MOST, WEIN u. dgl. oftmals die Funktion des Lasttiers, z.B. der Traubenträger. Das Lesegut bzw. die bereits im Weinberg mittels TRAUBENSTAMPFER od. TRAUBENMÜHLE hergestellte Maische wurde mehrmals mit Hilfe v. Daubengefäßen, z.B. Schöpfkübel, umgefüllt, bevor sie in der PRESSE weiterverarbeitet wurde. In Bergheim (ELSASS) transportierte man die Transportgefäße mit Hilfe eines Flaschenzugs (Palan) zur Traubenmühle. Vom Transportfass (FASS) füllte man früher das Lesegut wiederum in and. Gefäße (in neuerer Zeit auch in spez. Kippwagen) um. Das Maischetransportfass wurde zum Entleeren vielfach v. LESEWAGEN mit Hilfe zweier Balken od. einem aus 2 Balken u. 2 Querlatten bestehenden Gerät (Wäschtram) auf ein GEFÄSS od. eine trogartige Rinne (Gäud, Gäuds), welche die Maische direkt in den KELLER od. in das Presshaus leitete, umgestürzt. In Matzen (NIEDERÖSTERREICH) wurde dieser ca. 3m lange Henkbaum in eine spez. Vorrichtg. am Wagen eingehängt. Vielfach rann die Maische aber nicht direkt auf die PRESSE, sondern zunächst in ein Reservoir (Überwerftenn) od. auf eine spez. Fläche, damit der MOST vor dem Pressen ablaufen konnte. In Klein-Schelken (RUMÄNIEN) wurden Daubengefäße, die 2 Grifflöcher besaßen, mit Hilfe v. 3 Stangen transportiert. Hierzu wurde eine Stange, der Wasserklüppel, durch die beiden Grifflöcher gesteckt u. auf den beiden and. Stangen, den Wasserbäumen, getragen. In Freimersheim (PFALZ), aber auch an and. Orten, trug man den Most v. der Presse mit der geeichten, 40l fassenden Hotte zum Fass; später legte man eine Leitung (Rohrleitung, Schlauchleitung). Größere Mengen Most wurden in Salgesch (WALLIS) v. Gefäß unter der Presse mit der Brente (wohl Rückentraggefäß) zum Fass transportiert, kleinere Mengen mit dem Zuber (Zuber, Züber) od. dem Kessel. In Elfingen (AARGAU) holte der Weinmann den MOST in einem eigenen Fass v. der Presse ab. Für das Herausschaffen des Fasses aus dem KELLER u. das Aufladen auf das Fuhrwerk war i.d.R. der Berufszweig der Schröter zuständig; der Fasstransport wurde aber auch v. and. Pers., wie z.B. dem Büttner od. Fuhrmann, durchgeführt (Binder, Bindner, Camioneur, Fassbinder, Fasszieher, Fuhrknecht, Fuhrmann, Gastwirt, Holzküfer, Kellerarbeiter, Kellereiarbeiter, Kellerknecht, Kellermeister, Knecht, Küfer, Rosser, Schroter II (Pers.), Schröter, Schrötermeister, Weinfuhrmann, Weinhändler, Weinherr, Weinküfer, Weinmann, Weinschröter, Weinsensal, Weinsticher, Weinzürler, -zettler, Winzer, Wirt). Vielfach wurden zum Schutz des Fasses beim Transport zusätzl. Reifen, z.B. aus gespaltenen Birken, angebracht (verbinden). Mit dem Zecker od. Kellerzecker, einer geflochtenen bzw. ledernen Tragetasche für 1 od. 2 Flaschen Wein, wurde der Wein aus dem Keller beim Weinberg geholt od. zur Arbeit in den Weinberg mitgenommen. Primitive Fortbewegungsmittel, wie z.B. der Mistschlitten, wurden immer mehr durch motorisierte Fahrzeuge ersetzt. Die einschneidendste Neuerg. war aber der Traubenvollernter, der die alten Fuhrwerke u. Holzgefäße überflüssig machte.- s.a. Anschlag 'breiter Jutegurt am Saumsattel' (Egli 1982, 438, Abb. 54); Bast 'Pack- od. Saumsattel' (ib.); Bastbogen (ib.); Esel 'Latte mit einem querstehenden Krummholz am Saumsattel' (ib.); Traubentransport (Laur E. 1939, 556f., 559f., Abb.); "Triegja" (Egli 1982, 438, Abb. 55).-Lit.: Wolff 1967, 78. 80, Abb.- M.B.



Traubentransport mit dem Weinbergsschlepper
Traubentransport mit dem Weinbergsschlepper

Traubentransporter
Traubentransporter

Traubenvollernter
Traubenvollernter

Spritzfuhrwek mit Batteriespritzen u. Spritzfass
Spritzfuhrwek mit Batteriespritzen u. Spritzfass





Tonbsp.: Transport der Maische v. "Leitfass" über den "Seihtenn" in den Presskorb mittels "Henkbäume", "Gäud" u. Schaufel (Matzen, Niederösterreich, Österreich)


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