Jakob/-cobus/-i m.: 1. „Jakobus der Ältere" (lt. GWP), am Bodensee verehrter Weinheiliger, Württ. 17.-  2.a. Heiligentag, an dem der mündl. Vertrag zw. Winzer u. Weinbergsarbeiter abgeschlossen wird, Steir. 06.-  b. Heiligentag, nach dem die Triebspitzen entfernt werden, Tschech. 06.-  c. Kalendertag eines Heiligen, in Winzerregel, Els. 12, Tschech. 03.-  d. Heiligentag, in Winzerregel zur Rebblüte, Ahr 02, Ahr 03, MoSaRu. 07, MoSaRu. 12, Frank. 07, Württ. 04, Zür. 02, NÖ 13, Szek. 05.-  e. Heiligentag (10. Juli lt. GWP), in Winzerregel zur Rebblüte, Frank. 06.-  f. Heiligentag (25. Juli lt. GWP), in Winzerregel zur Rebblüte, MoSaRu. 03, Els. 13.-  3. gr. Strohbündel, Steir. 06.- Zu 1.: Abb.: Jung H. 1964, 49, Abb. 60.- Zu 2.b., 2.d. u. 2.f.: Bei Jakob u. Anna handelt es sich um den 25. Juli (Jacobi ap.) u. den 26. Juli (Anne matris Marie) (Grotefend).- Zu 2.e.: Es handelt sich evtl. um den Festtag v. Jakob a Voragine, 13. Juli (Wimmer).- s.a. Jakobsnebel (Honold 1941, 151). Redensarten/Winzerregeln: Jakobi aus den Reben gehen, die Trauben „hangen" ('hängen') lassen (Zür. 02). Jakobi sollen die „Träubel" ('die sich entwickelnden Trauben') „henken" (Els. 13) „Z'Jakobi söttid d'Truube hange", d.h. ausgewachsen sein (Keller A. 1956, 245). Jakob u. Anna, (dann) sollen die Trauben „hangen", d.h. dann müssen sie so dick sein, dass sie nach unten hängen (Ahr 02, Ahr 03, MoSaRu 07). Zu Sankt Jakob .., da sollen die Trauben „henken" (MoSaRu. 12). Jakob u. Anna sollen sie hängen wie die Schoppenkannen (MoSaRu. 03). Kommt Jacobus mit Regen, bringt's dem Winzer keinen Segen (Tschech. 03). Wenn's an Jacobi regnet, ist der Most nicht sehr gesegnet (Els. 12). Auf Jacobi, was vormittag(s) blüht, kann noch ins Fass kommen, aber was nachmittag(s) blüht, „nimmer" mehr (NÖ 13). Was vor Jacobi noch blüht, kommt (hi)nunter ins Fass (Frank. 07). Was Jacobi vormittags noch blüht, das kommt noch ins Fass, was nachmittags blüht, das kommt nicht mehr (hi)nein (Frank 06). Wenn sie vor Jacobi vormittags blühen, „nach" ('dann') kommen sie noch in (die/den) Kelter (Württ. 04). Wenn der Weinberg blüht auf Johanni, ist (das) besser, „wie" ('als') wenn er blüht auf Jacobi (Szek. 05). Lit.: Adrian 1945, 30. 41; ADV NF 10. 11; BadWB 3, 19; BairZ. 1998, 173; Bassermann-J. 1975, 1049; Bauer M. 1954, 123; BayWB 1, 1199; Bohn [u.a.] 1936, 50; DWB 10, 2202; ElsWB 1, 405; FEW 5, 8; Geßner 1857, 350; Grotefend 1991, 66; Grünn 1952, 235; Hochrain 1977, 117; Honold 1941, 152; Keller A. 1953/54, 245; Kreutz 1992, 26. 81; Küster 1985, 89; Lachmann 1909/79, 402; Malberg 2003, 23. 97; Moser M. 2006, 155. 156; NSSWB 3, 584; ObsächsWB 2, 453; Oswald/Beitl 1974, 405; Priewe 2006b, 15; REW 4567; RheinWB 3, 1131. 8, 1303; Roedder 1936, 425; SchwäbWB 4, 65. 6, 2238; Schweizer 1969, 43; SchweizWB 3, 32; ShessWB 3, 941. 3, 942; Steurer 1980, 163; Thomas A. 1936, 45; Ulmer 1931, 65; VorarlWB 1, 1481; Weber W. 1949, 154; Weingärtner 1996, 56. 122. 246. 258. 259; Wimmer 1966, 285. 287. 546; Wolfhard 1922, 71.

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