Butschera/Putzscheere [f.]: 1.a. früher am Ort angebaute Weißweinrebsorte, Pl. Württ. 03, Georg. 02.-  b. früher am Ort angebaute Weißweinrebsorte mit gr. Trauben, Württ. 11.-  c. ein „Tokajer" (lt. GWP) mit gr. weißen Trauben, Pl. Württ. 09.-  2. früher in alten Weinbergen stehende Sorte mit gr. roten Trauben, Bad. 10. Hist. Bel.: 1827 Putzscheeren Pl. 'weißer geringer Tokaier' (Metzger 1827, 17).- s.a. botscera, botasciana f. 'Rebsorte mit gr. u. süßen Trauben' (VSI). Die GWP aus Walheim (WÜRTTEMBERG) gibt an, dass die früher angebaute Weißweinsorte gr. Trauben gehabt habe, die aber in dieser Gegend nicht gut wurden. Von der GWP aus Weingarten (BADEN) wird die Sorte ausdrückl. als „rote" Sorte genannt; da sie wegen der gr. Trauben die Butte sehr schnell fülle, heiße sie „Butt-schere" (volksetym. Umdeutg.). Lt. BadWB soll es sich um eine aus UNGARN stammende REBSORTE handeln: „eine so geringe Traubenart, daß 1827 ihre Ausrottung angeregt wird". Nach den Ang. v. Ambrosi ist die Sorte in der 2. Hälfte des 18. Jhs. v. UNGARN über NIEDERÖSTERREICH nach BADEN, WÜRTTEMBERG u. ins ELSASS verbr. worden.- vgl. Elender. Lit.: Ambrosi H. u.a. 2011, 196; BadWB 1, 393; Barth M. 1903, 5; Bassermann-J. 1975, 378; Burger 1837, 75; Dahlen 1878, 62; Dornfeld 1859, 15; DWB 13, 2286; Goethe H. 1876, 138; Kecht [nach 1868], 243; LEI 6, 664; Manz 2001, 37. 50; Müller K. 1930, 125; Müller K. 1953, 627; Ritter G.H. 1817, 14; Scharff 1980, 50; SchwäbWB 1, 1576; Trummer 1841, 68; VSI 2, 828; Wilde [1923], 203.







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