BLINDREBE: Die Blindrebe ist der noch unbewurzelte Steckling (Ausschäubling, Barbü, Blinde, Blindholz, Blindpflanze, Blindrebe, Edelreis, Endchen, Ende, Fächser, Gerte, Gertlein, Gerte-, Geschoss, Holz, Kistenrebe, Klitsche, Pflanzrebe, Pfropfholz, Rasel, Rauholz, (glatte, blinde) Rebe, Rebenstöckken, Rebholz, Reben-, Rebschoss, Reben-, Rebsetzling, Reben-, Rebstopfer, Reifling, Reis, Rute, Rütlein, Rüte-, Sarment, Schapo, Schnittling, Schnittrebe, Schoss, Setzholz, Setzling, Setzrasel, Setzrebe, Stechling, Steckholz, Steckling, Stöckchen, -ken, Stopfer, Stopper, Stöpfer, Stupfer, Sturzrebe, Totholz, Totrebe, Träubelholz, Tschubuk, Unterlage, Weinreis, Weinstockschnittling, Wilde, Wilderling, Wildling, Wildpfahl, Wurzelechte, Würzling, Würzlinglein, Zapf, Zapfen, Zäpf). Früher wurden zur Vermehrg. der REBE die Blindreben v. gut ausgereiften, einjährigen Trieben (HOLZ/TRIEB) abgeschnitten. Diese wurden entweder völlig unbewurzelt direkt in den WEINBERG gepflanzt (meist mit einem geißfußartigen Gerät) od. zur Ausbildg. v. Kallus zunächst vorgetrieben u. in den Rebschulen (VERMEHRUNG) zur Bewurzelg. gebracht, bevor sie ins Freie verpflanzt wurden. Der auf diese Weise hergestellte bewurzelte Steckling heißt WURZELREBE. In Kallstadt (PFALZ) war früher die Blindrebe lt. GWP so lang wie der Abstand v. Ellbogen bis zur Fingerspitze. In Bensheim (HESS. BERGSTRASSE) betrug ihre Länge bis zu 40cm.-Lit.: Ambrosi 1992, 45; Klingner [1935], 38f.; Müller K. 1930, 98; Scheu 1950, 66ff.; Wölfer 1922, § 121.- M.B.




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